Max Maria von Weber

Christian Philipp Max Maria Freiherr von Weber[1] (* 25. April 1822 in Dresden; † 18. April 1881 in Berlin) war sächsischer Eisenbahndirektor, österreichischer Hofrat und preußischer Ministerialrat.[2] Er wurde auf die Vornamen Christian Philipp Maximilian Maria getauft.

Familie

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Inschrift auf dem Gedenkstein des Familiengrabes von Carl Maria von Weber

Weber war ein Sohn des Komponisten Carl Maria von Weber und dessen Ehefrau Caroline, geborene Brandt. Seine zwei Geschwister, Maria Caroline Friederike Auguste von Weber (* 22. Dezember 1818 in Dresden; † 28. April 1819 in Dresden) und der Maler Alexander Heinrich Victor von Weber (* 6. Januar 1825 in Dresden; † 31. Oktober 1844 in Dresden), starben früh. Am 27. April 1846 heiratete er in Dresden Katharina Huberta Kramer (* 7. September 1823 in Köln; † 29. Januar 1874 in Wien), mit der er drei Kinder hatte:[3]

Leben

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Max Maria von Weber kam ein knappes Jahr nach der Uraufführung der Oper seines Vaters Der Freischütz zur Welt und erhielt den Namen der männlichen Hauptperson, Max. Als er mit vier Jahren seinen Vater verlor, übernahmen seine Mutter und als Vormunde die Freunde des Vaters, der Naturforscher und Afrikareisende Hinrich Lichtenstein und der Schriftsteller Carl Theodor Winkler[4][5] die Erziehung. Max Maria ging zunächst auf ein privates Gymnasium und dann auf die Technische Bildungsanstalt Dresden. Anschließend studierte er Naturwissenschaft, Nationalökonomie und moderne Sprachen an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.

Nebenbei arbeitete er als Konstrukteur in der Lokomotivfabrik von August Borsig. Am Ende seines Studiums legte er die Prüfung zum Lokomotivführer ab und fuhr in dieser Funktion und als Maschinentechniker ein Jahr lang auf der Strecke Berlin–Jüterbog.[6]

Ab 1841 durchlief er bei der Leipzig-Dresdner-, der Sächsisch-Bayerischen- und der Köln-Bonner-Eisenbahn die technischen und administrativen Funktionen des Eisenbahnwesens bis in leitende Stellungen. Mit einem Forschungsaufenthalt in England ergänzte er sein technisches Wissen.

Zunächst übernahm er 1846 die maschinentechnische Leitung der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn, wenig später die Gesamtleitung der Niedererzgebirgischen Eisenbahn, die 1850 vom sächsischen Staat übernommen wurde. Am 1. Dezember 1849 trat er, anfänglich mit dem Titel Finanzrat, in den Sächsischen Staatsdienst ein und blieb dort bis 1868.

Von 1870 bis 1875 war er in Wien mit einem Fünfjahresvertrag des österreichischen Handelsministeriums K. K. Hofrat 1. Klasse für die östlichen Staatsbahnen. Nach seiner Aussage als Sachverständiger im Ofenheim-Prozess, der mit Freispruch endete und zum Rücktritt des Ministers führte, wurde Webers Vertrag nicht verlängert.

Anschließend lebte er als freischaffender Gutachter, Schriftsteller und beratender Ingenieur in Wien.

Von Heinrich von Achenbach 1878 als Regierungsrat in das preußische Handelsministerium berufen, bereiste er im Auftrag der preußischen Regierung England (1878), Schweden (1879) und die USA(1880), um die dortigen Verkehrssysteme, insbesondere die Kanäle, zu studieren.[7]

Max Maria von Weber starb in Berlin am 18. April 1881 bei einem Spaziergang an Herzversagen. Er wurde am 22. April 1881 in der Familiengrabstätte auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt beigesetzt.[1]

Wirken

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Aufsichtsbeamter mit Webermütze

Mit seinem Engagement für den Arbeitsschutz hinterließ Max Maria von Weber der Nachwelt eine erstaunliche Fülle praxisorientierter Leistungen aus den Anfängen des Eisenbahnwesens und der Verkehrssicherheit. So sind zum Beispiel in Deutschland die ersten Fahrtenschreiber, die ersten Geschwindigkeitsmesser für Lokomotiven, die erste Schienenbiegemaschine, die Einführung der überdachten Führerstände für Lokomotiven, die Bahnschranke, die Projektierung von Bahnhöfen nach logistischen Gesichtspunkten, die erste vollständig aus Schmiedeeisen errichtete Straßenbrücke und die rote Mütze der Aufsichtsbeamten – die „Webermütze“ – auf ihn zurückzuführen.

Als Sachautor schrieb Max Maria von Weber über alles, was mit der Eisenbahn zusammenhing, von Konstruktion von Lokomotiven und Gleisbau bis zu Verwaltung von Eisenbahngesellschaften und Lebensversicherung. Zeitgenossen bescheinigten ihm, spröde, technische Stoffe in einer überaus anschaulichen und anziehenden Art zu behandeln. Allerdings verlangen die weitgespannten Sätze aufmerksames Lesen. Seine Werke und Novellen fanden seinerzeit auch wegen ihres gesellschaftlichen und sozialen Engagements starke Beachtung, sind aber heute nahezu vergessen. Nur der 2007 herausgegebene, bebilderte Novellenband Sturm auf den Schienen stellt seine schönsten Eisenbahnnovellen, seine 1880 entstandenen Reisebriefe aus Nordamerika und eine Kurzbiographie noch einmal zusammen. Außerdem schrieb Max Maria von Weber die erste (leider nicht immer verlässliche) Biografie seines Vaters.

Max Maria von Weber erstellte bereits 1854 eine Studie zum Schienensuizid. Er schreibt in Die Technik des Eisenbahnwesens in Bezug auf die Sicherheit desselben:

„Mit einigem Rechte kann man auch die Gefahren hierher rechnen, welche dem Betriebe durch das Gebaren von Personen erwachsen sind, welche freiwillig den Tod unter den Rädern der Züge gesucht haben. Ereignisse dieser Art sind nicht so selten, als man glauben möchte, wie z. B. die nachstehenden Notizen über Selbstmorde auf den deutschen Eisenbahnen andeuten, von denen dem Verfasser officielle Nachrichten darüber zugegangen sind.“

Er hielt es für schwer oder gar unmöglich, durch Vorkehrungen irgendeiner Art das Sich-vor-den-Zug-Werfen zu verhindern, bestenfalls könne eine „gute Bewachung der Bahn [...] vielleicht hier und da eine solche bedauerliche Handlung verhüten“.

Schriften (Auswahl)

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Ehrungen (unvollständig)

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Literatur

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Commons: Max Maria von Weber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikisource: Max Maria von Weber – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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  1. a b Peter Stadler: Max Maria von Weber – Biographische Informationen. In: Weber-Gesamtausgabe. Abgerufen am 18. April 2016.
  2. Michael Kern: Max Maria Freiherr von Weber: ein sächsischer Eisenbahnpionier. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Technischen Universität Dresden. Band 49, Nr. 3, S. 18–21.
  3. Stammtafeln zu Carl Maria von Weber (Memento vom 24. Dezember 2021 im Internet Archive) (PDF; 135 kB) abgerufen am 7. Januar 2017
  4. Brief von Caroline von Weber an Hinrich Lichtenstein vom 21. Juni 1826.
  5. Hofrath Karl Theodor Winkler zum Vormunde verordnet.
  6. Max Jähns: Max Maria von Weber.
  7. Nachruf. In: Centralblatt der Bauverwaltung. 23. April 1881, S. 31; abgerufen am 7. Dezember 2012.
  8. Vorwort von Christian Max Maria Frhr. von Weber vom 1. Oktober 2004 in Sturm auf den Schienen und andere Novellen Max Maria von Weber S. 4f
Personendaten
NAME Weber, Max Maria von
ALTERNATIVNAMEN Weber, Christian Philipp Maximilian Maria von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Eisenbahningenieur und Schriftsteller
GEBURTSDATUM 25. April 1822
GEBURTSORT Dresden
STERBEDATUM 18. April 1881
STERBEORT Berlin